erschienen am 09.03.2018 im Freien Wort

Bessere Rahmenbedingungen für Existenzgründer, Handwerker und Firmen schaffen: Damit will Landratskandidatin Christiane Barth aus Wasungen den Landkreis als Arbeits-, Firmen- und Lebensstandort attraktiver machen.

Zella-Mehlis  „Niemand kommt als Landrat auf die Welt“, sagt Christiane Barth am Ende des fast zweistündigen Firmenbesuchs am Donnerstag bei Bader & Grimm Sicherheitstechnik in Zella-Mehlis. Michael Bader und Nico Grimm, zwei gelernte Kommunikationselektroniker, haben die Firma 2017 aus der Taufe gehoben. Als „Start up“ mit finanzieller Hilfe und Unterstützung von Seniorchef Gerhard Bader, der damit seine Nachfolge regelte und heute als Berater im Hintergrund wirkt. Er hatte die 1939 gegründete, zu DDR-Zeiten selbstständige, private Handwerksfirma für Schlösser und Schlüssel 1980 vom Vater übernommen. Nach der Wende baute er sie vom Schlüsseldienst zum Ingenieurbetrieb für Schließanlagen und Sicherheitstechnik aus.

Solche Erfolgsgeschichten sind es, die Christiane Barth Mut machen. Mut für ihr eigenes „Start up“: für ihre Kandidatur und ihren Kampf ums Landratsamt Schmalkalden-Meiningen. Einschlägige Verwaltungs- und Leitungserfahrung für eine Kreisbehörde mit 601 Voll- und Teilzeitbeschäftigten – das weiß sie selbst – kann sie nicht in die Waagschale werfen. Dafür aber reichlich kommunalpolitische Erfahrung. Seit 2014 ist sie Stadträtin in Wasungen, seit 2016 zweite Beigeordnete und stellvertretende Vorsitzende im CDU-Kreisverband Schmalkalden-Meiningen.

Zahlreiche Firmenbesuche

Begleitet wird sie von Mark Hauptmann, dem Südthüringer Bundestagabgeordneten, der für die CDU bei der Bundestagwahl 2017 erneut als Direktkandidat in den Bundestag einzog. 60 bis 70 Firmenbesuche, sagt er, absolviere er jährlich in seinem Wahlkreis. Ihm und der Landratskandidatin sei es wichtig zuzuhören, wie Wirtschaft, Handwerk und Mittelstand im Kreis aufgestellt sind, wo der Schuh drücke und wie Politik helfen könne. Da gehe es oft um Probleme mit der Betriebsnachfolge, um bessere Förderinstrumente für Existenzgründer oder um Risiko- beziehungsweise Wagniskapital.

Bei Firmenbesuchen erfahren Christiane Barth und Mark Hauptmann auch, wie leistungsfähig kleine Betriebe in Südthüringen sind. Die Sicherheitstechnikfirma in Zella-Mehlis, die in einem eher unscheinbaren, mit Schiefern gedeckten Haus residiert, hat bundesweit große Aufträge an Land gezogen. So wurden die Semper-Oper in Dresden, der Internationale Seegerichtshof in Hamburg, das Uni-Klinikum Gießen und zwei Bundesministerien in Berlin mit Schließanlagen ausgestattet. Aktuell sind derzeit Aufträge für die Deutsche Oper in Berlin und für die Uni-Klinik in Heidelberg.

Falls sie Landrätin werde, will Christiane Barth Wirtschaft und Landwirtschaft stärken. Zu Prioritäten gehöre der Kampf gegen Fachkräftemangel, gegen die geplante Südlinktrasse, für verträgliche Energiekosten und gute Arbeitsplätze zu fairen Löhnen. Darüber hinaus will sie sich für eine bessere Finanzausstattung der Kommunen und eine stabile Kreisumlage einsetzen. Ebenso für den Ausbau von Breitband- und Straßennetz. Beispiel: eine bessere und schnellere Anbindung Schmalkaldens an die Autobahn. Und sie will den Tourismus fördern, neben dem Aushängeschild Oberhof vor allem durch eine Aufwertung der Rhön.

Auch für Zella-Mehlis als Tourismusziel und regionaler Bahn- und Verkehrsknotenpunkt wird bald bundesweit geworben. So will ein Fernbusbetreiber einen Doppelstockbus mit Stadtmotiven von Zella-Mehlis bekleben und durchs Land rollen lassen, kündigte Hauptmann gegenüber Freies Wort an.