Stellungnahme zum offenen Brief von Superintendentin Marwede und anderen kirchlichen Würdenträgern.

Mit Verwunderung habe ich die Ermahnungen der kirchlichen Würdenträger zum Umgang von Politikern mit der Flüchtlingsunterkunft im RAW gelesen.

Was unser Landkreis, die Verwaltung in den letzten Monaten in der Flüchtlingsfrage geleistet hat, ist aller Ehren wert. Mit viel Engagement und auch Geld hat man von dort aus geschafft, die bei uns angekommenen Flüchtlinge unter zu bringen. Der Landrat hat veranlasst, dass auch die Unterkunft im RAW angemessen hergerichtet wurde. Wenn der Thüringer Flüchtlingsrat diese nun als „schäbig“ bezeichnet, sollte er sich an die wenden, die diese Unterkunft benutzen.

Der Druck auf die Landkreise wäre erheblich geringer wenn die Landesregierung es durchsetzen würde, die Flüchtlinge die keinen Aufenthaltsstatus haben, schneller abzuschieben. Für die, die straffällig geworden sind oder sich nicht an elementare Regeln des Zusammenlebens halten, gilt das insbesondere. Wieso werden die Leute die die Probleme beim Namen nennen, in der veröffentlichten Meinung immer als Populisten abgestempelt? Wer Toleranz erwartet, darf die eigene Bevölkerung und manchmal auch die politischen Verantwortungsträger nicht überfordern. Zu gelingender Integration gehören nicht nur die, die sie leisten sollen sondern auch die, die in diesem Land Schutz gesucht haben. Integrationswilligkeit zeichnet sich nicht durch Randale oder andere Straftaten aus.

Zum respektvollen Umgang, wie von den Verfassern verlangt, gehört auch, dass man die Sorgen und Befindlichkeiten der eigenen Bevölkerung ernst nimmt und nicht jeden, der nicht in den Chor der „Gutmenschen“ einstimmt, als Populisten oder gar Nazis abstempelt. Soll der dumme Michel fortan weiter für dümmer als er ist, verkauft werden, indem man an seine schlummernden Selbstzweifel und Schuldgefühle appelliert?“
Der täglich verordnete moralische Rigorismus hat unserer Gesellschaft zwar nicht geholfen aber auch er hat das politische Koordinatensystem mit verändert. Die „Schweiger“, mit ihren Ängsten und Vorbehalten haben aber auch ihre Stimmen bei zukünftigen Wahlen genau wie die, die meinen, gelingende Integration ist durch noch mehr sozialfürsorgliches Kümmern möglichst von jedem erreichbar.
Anstatt den moralischen Zeigefinger zu heben, vermisse ich, sich den Sorgen und manchmal Ängsten der eigenen Bevölkerung zuzuwenden. Manches ist diffus und unbegründet, aber nicht alles.

Michael Heym, MdL