Standpunkt der CDU zu dem Vorhaben „Nationales Naturmonument Grünes Band“

Umweltministerin Siegesmund plant laut Zeitungsberichten vom 8. Juni diesen Jahres das Grüne Band, die einst schwer bewachte Grenze der DDR zur BRD, zu einem „Nationalen Naturmonument“, also einem Nationalpark zu machen. Das bedeutet im Klartext, dass 6800 Hektar Wald- und Grünland fortan nicht mehr bewirtschaftet werden sollen und dürfen. Eine Entscheidung mit erheblicher Tragweite, wie wir finden, von der auch unser Landkreis Schmalkalden-Meiningen erheblich betroffen sein wird. Um deren Grund und Ausmaß zu verstehen, muss man jedoch die Rahmenbedingungen näher beleuchten.

Die Umweltpolitik von Thüringen mit seinen 2,158 Mio. Einwohnern wird derzeit geprägt von den Vorstellungen und Ideologien einer Partei, die nur 56.189 Wähler vertritt. Diese Wähler bewohnen meist den urbanen Teil Thüringens (Erfurt, Jena, Weimar). Das Verständnis von Natur und Umwelt, ist zumeist von ökologischen Idealbildern geprägt:

Bäume sollen nicht gefällt werden, Tiere auf dem Kleinbauernhof leben, Jäger sollen keine Rehe schießen, die soll lieber der Wolf fressen. Man könnte meinen, man versucht die Natur einfach anzuhalten, eine Art Käseglocke darüber zu stülpen und die Welt ist plötzlich in Ordnung. Tatsächlich bedeutet diese „Anhalten“ der Natur aber auch ein Arbeiten gegen sie, denn die Veränderung ist natürlich, nicht der Stillstand.

Nun stecken die Grünen allerdings in einem Dilemma innerhalb der rot-rot-grünen Koalition in Erfurt. Frau Siegesmund muss für ihre Wähler liefern, kann aber nicht, da sie durch ihre Koalitionäre immer wieder ausgebremst wird. Das Projekt „Wasserpfennig“ musste sie bereits beerdigen und das Projekt „Windkraft im Wald“ kommt nicht so recht voran, insbesondere im Hinblick auf die neuen Rahmenbedingungen aus dem Bund. Auch das Projekt der großflächigen Stilllegung des Staatswaldes wird von unliebsamen Nebenwirkungen begleitet. Denn je mehr Staatswald stillgelegt wird, desto weniger kann die landeseigene Forstanstalt erwirtschaften. Das bedeutet unweigerlich mehr rote Zahlen und mehr Subventionsbedarf in der Forstwirtschaft in Thüringen. Das alles um Wald stillzulegen, also nicht mehr produktiv zu nutzen!

Nun kann man ja die Grundhaltung vielleicht noch nachvollziehen, hier aktiven Umweltschutz zu betreiben. Allerdings werden bei dieser Idee ein paar grundlegende Tatsachen ausgeblendet! Die Deutsche Forstwirtschaft arbeitet seit 300 Jahren nachhaltig. Es kommen keine Gifte und ähnliche Stoffe mehr zum Einsatz. Holz ist ein natürlich nachwachsender Rohstoff, der für viele Wirtschaftszweige eine wichtige Grundlage darstellt. So liegen beispielsweise „grüne“ Möbel derzeit voll im Trend. Dieses ortsnahe und nachhaltige Produktionskonzept wollen nun ausgerecht die Grünen zugunsten von Plastikmöbeln in Holzimitat aufgeben?

Alles was Frau Siegesmund bis dato bleibt, sind einige biologische Stationen, die in ihrer Amtszeit gegründet worden sind, wie z.B. in der Rhön und auf der Hohen Schrecke, auch wenn sich deren verwaltungsseitige Notwendigkeit nicht erschließt. Schließlich haben wir bereits eine Untere Naturschutzbehörde und eine Untere Forstbehörde. Nun braucht man natürlich Aufgaben, für diese Einrichtungen zur Dokumentation ihrer Daseinsberechtigung. Diese findet man in solchen fragwürdigen Projekten. Leider gehen diese Art von Projekte letztlich immer auf Kosten der Bauern und Forstwirte, wenn sie denn umgesetzt werden.
Das nächste Großprojekt in diesem Reigen ist nun das Nationale Naturmonument Grünes Band, dessen Ausmaße und Auswirkungen man sich dringend einmal vor Augen halten sollte. Viele Offenlandflächen des Grünen Bandes werden inzwischen wieder als Wiesen und Äcker genutzt. Im Laufe der Zeit haben sich viele artenreiche Wälder entwickelt und werden nun nachhaltig bewirtschaftet. Die Flächen des Grünen Bandes gehören sowohl Kommunen als auch Privatleuten, die man auf diese Art und Weise kalt enteignet. Die Bewirtschaftung dieser Flächen wird über eine Vielzahl steuerpflichtiger Beschäftigungsverhältnisse realisiert. Diese will man jetzt opfern, um was genau zu erhalten?

Letztlich führen diese stillgelegten Flächen auch zu einer Privilegierung einer kleinen „Naturschutzelite“ in Deutschland, da die Betretungs- und Nutzungsrechte der Bürger immer weiter eingeschränkt werden und die Gebiete nur für wenige offen sind. Wald ist aber ein Allgemeingut zum Wohle aller!
Das Grüne Band ist ein sehr schmaler Streifen. Um hier einen halbwegs sinnvollen Flächenzuschnitt zu erreichen, wird es zusätzlicher Flächen rechts und links des Grünen Bandes bedürfen. Da spielen jedoch unsere Nachbarn in Hessen, Niedersachsen und Bayern vermutlich nicht mit. Die Flächenabrundung wird sich somit hauptsächlich auf der Thüringer Seite wiederfinden. Es wird also nicht bei den 6.800 Hektar stillzulegender Fläche bleiben.
Übrigens hat Thüringen bereits einen Nationalpark und ca. 20.000 Hektar Wald in ganz Thüringen aus der Nutzung genommen. In diesem Zusammenhang darf man auch nicht vergessen, dass Thüringen nach wie vor ein Nehmerland im Rahmen des Finanzausgleiches der Länder ist. Ist es da fair, sich den Luxus zu leisten, werthaltige Flächen stillzulegen, zugunsten der Verwirklichung fragwürdiger grüner Ideale?
Wir halten es für sinnvoller ein lebendiges, nachhaltig bewirtschaftetes Stück Heimat aktiv zum Wohle aller zu nutzen, anstatt den ehemaligen Todesstreifen in ein Denkmal für Frau Siegesmund zu verwandeln. /rl

Foto: Von Nickel van DuijvenbodenEigenes Werk, CC BY 3.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=2903072