Mit fünf Kandidaten zieht die CDU Schmalkalden-Meiningen in den Landrats- und Bürgermeisterwahlkampf. Alle Bewerber stellten sich zum CDU-Jahresempfang in Dreißigacker vor.

Meiningen-Dreißigacker – Das Audi-Autohaus Ehrhardt in Dreißigacker verwandelte sich am Dienstagabend in eine moderne CDU-Wahlkampf-Arena. Auf den Stehtischen lagen Flyer aus, außerdem Kugelschreiber und Feuerzeuge. Auf der Bühne sang Aristoteles Siebert mit starker Stimme „Stand by me“ und „Ein Hoch auf uns“. Neben der Bühne lief ein Wahlwerbespot, der im sozialen Netz veröffentlicht werden soll. Altlandrat Ralf Luther legt sich darin für die fünf Kandidaten der Union kräftig ins Zeug. Sie alle stellen sich am 15. April zur Wahl.

Die Bewerber – Landratskandidatin Christiane Barth aus Wasungen und die Bürgermeisterkandidaten Thomas Fickel (Meiningen), Ralf Liebaug (Schmalkalden), Ralf Holland-Nell (Floh-Seligenthal) und Nicole Kümpel (Brotterode-Trusetal) – stellten sich beim CDU-Jahresempfang vor, der unter dem Motto „Starke Wirtschaft, starker ländlicher Raum“ stand. Bei Musik, Häppchen und Getränken bot sich für alle Gäste die Möglichkeit zu lockeren Gesprächen. Ein starker ländlicher Raum bezeichnete Landratsanwärterin Barth als eines ihrer wichtigsten Ziele. „Ich lebe gern hier und möchte, dass meine Kinder das später auch sagen können.“

Bei der ersten Veranstaltung dieser Art von CDU-Kreistagsfraktion und CDU-Kreisverband konnten Kreischef Michael Heym und Fraktionschef Bernd Gellert den Thüringer Parteivorsitzenden Mike Mohring begrüßen. Der betrachtet die bevorstehende Kommunalwahl als Gradmesser für die Landtagswahl 2019, bei der die CDU die rot-rot-grüne Regierung ablösen will. Mohring sieht „eine Riesenchance“, dass im Meininger Landratsamt nach sechsjähriger SPD-Hoheit nun mit Christiane Barth eine Christdemokratin den Chefsessel besetzt. Amtsinhaber Peter Heimrich tritt nicht wieder an.

In seiner Rede kritisierte der CDU-Landeschef die Mittelkürzung von Rot-Rot-Grün gegenüber kleinen Gemeinden. Damit würden diese zwangsweise in eine Gebietsreform getrieben. Er kündigte an, dass eine CDU-Regierung die Finanzausstattung für kleine Gemeinden wieder verbessern werde. Mit Unverständnis reagierte er auf die vom Gesetzgeber geschaffene Möglichkeit, dass Mitgliedsgemeinden aus der Verwaltungsgemeinschaft ohne Mehrheitsbeschluss der Gemeinschaft ausscheren können. „Rot-Rot-Grün macht die VGs kaputt“. Zurück bliebe eine zerfledderte kommunale Landschaft. Mohring unternahm auch einen kurzen außenpolitischen Ausflug und forderte „im Interesse der Thüringer Wirtschaft“ einen schrittweisen Abbau der Russland-Sanktionen.

Beim Jahresempfang trat als Gast Dr. Aribert Bach von den Agrarhöfen Kaltensundheim auf. Er sprach über das zu Unrecht bestehende schlechte Image der Landwirtschaft, den teils unfairen Umgang mit den Versorgern und die Schwierigkeiten der Agrarbetriebe, Nachwuchskräfte zu finden. Andreas Oertel von der ABS electronic in Meiningen beschrieb, wie es ihm dank Patenschaften mit Schulen, Praktika-Angeboten und der Zusammenarbeit mit Hochschulen und Bildungsträgern gelingt, neue Mitarbeiter zu gewinnen. Der Pro-Meiningen-Fraktionschef verpasste am Schluss seiner Rede allerdings der Meininger CDU einen Seitenhieb. Die Christdemokraten sollten im Stadtrat aus dem Schatten der SPD austreten, empfahl er. Michael Heym meinte verwundert: „Wie unterschiedlich doch die Wahrnehmung sein kann. Für mich ist die SPD gar nicht so groß, um lange Schatten werfen zu können.“ hi

erschienen am 31.03.2018 in der Südthüringer Zeitung